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  #1
Alt 16.12.2010, 02:40
OCPerformance
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Standard Studie: Einsatz von Netbooks im Unterricht steigert die Motivation von Schülern dauer

Studie: Einsatz von Netbooks im Unterricht steigert die Motivation von Schülern dauerhaft
  • Studie „Individualisierter Unterricht mit Netbooks“ der Universität Hamburg zum „Hamburger Netbook-Projekt“ abgeschlossen
  • Arbeit mit Netbooks steigert die Motivation der Schüler nachhaltig
  • Netbook-Einsatz bietet großes Potenzial für die Individualisierung des Unterrichts
  • Fazit: Digitale Medien sollen größere Rolle an Schulen erhalten; medienpädagogische Ausbildung der Lehrkräfte ist dabei entscheidend


Feldkirchen, 14. Dezember 2010 – Der Einsatz von Netbooks im Unterricht steigert die Motivation der Schüler nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig. Das ist das Ergebnis der kürzlich abgeschlossenen unabhängigen Studie ‚Individualisierter Unterricht mit Netbooks‘ der Universität Hamburg. Netbooks unterstützen zudem das individualisierte Lernen. Der Studie zufolge sollten digitale Medien eine größere Rolle an den Schulen erhalten, um der Lebenswirklichkeit der Schüler besser gerecht zu werden. Voraussetzung für den Erfolg sei eine grundlegende medienpädagogische und -didaktische Ausbildung der Lehrkräfte für die Integration von Netbooks und anderen digitalen Geräten in den Unterricht. Die Studie wird unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Professor für Medienpädagogik des Fachbereichs Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, unter Mitarbeit von Lucia Müller durchgeführt und evaluiert den Modellversuch „Hamburger Netbook-Projekt“.

Im Rahmen der Studie wurden im vergangenen Schuljahr 452 Sekundarschüler der teilnehmenden 15 Sekundarschulen sowie die Lehrkräfte der insgesamt 26 beteiligten Klassen bzw. Kurse befragt. Intel unterstützt dieses Projekt im Rahmen der Intel® Bildungsinitiative, die unter anderem die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule fördert.



Positive Einstellung und hohe Motivation
Alle Projektbeteiligten – Lehrkräfte, Eltern und Schüler – begrüßten der Studie zufolge den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht, da Computer & co. mittlerweile zum Lebensalltag der Schüler gehören. Insbesondere die Schüler hatten eine sehr positive Voreinstellung zur Arbeit mit Netbooks an den Schulen. 92 Prozent der befragten Sekundarschüler gaben an, sich auf die Arbeit mit den Netbooks zu freuen. Auch gegen Ende des Schuljahres standen sie dem Netbook-Einsatz nahezu genauso positiv gegenüber. Rund 80 Prozent der Befragten würden die Netbook-Arbeit im anschließenden Schuljahr gerne fortführen. Dies zeigt, dass es sich bei der motivierenden Funktion des Medieneinsatzes nicht um einen kurzfristigen Effekt handelte, der sich durch die Neuheit der Projektteilnahme erklärt (Hawthorne-Effekt). Bis auf eine Ausnahme berichteten alle 38 befragten Lehrer, dass der Einsatz der Netbooks auf die Motivation der Schüler dauerhaft einen positiven oder eher positiven Einfluss hatte. Auch die Eltern standen der Netbook-Arbeit in großer Mehrheit grundsätzlich positiv gegenüber.



Großes Potenzial für individualisierten Unterricht
Fokus der Studie war es, Erfolgskriterien und Möglichkeiten für die Nutzung von Netbooks zur Individualisierung des Unterrichts zu ermitteln. Kriterien für den individualisierten Unterricht sind unter anderem das Arbeiten an unterschiedlichen Aufgaben und die Wahl von Medien oder Materialien je nach Interessenschwerpunkt, Lernstil und Leistungsvermögen der einzelnen Schüler. Außerdem sollen Schüler aktiver in das Unterrichtsgeschehen eingebunden und besser unterstützt werden, selbstständig zu lernen. Hinzu kommen das Schaffen zusätzlicher Hilfen für lernschwächere Schüler sowie ausreichend Zeit für die individuelle Unterstützung und Beratung.

Die Individualisierung des Unterrichts mit Netbooks bietet der Studie zufolge ein hohes Potenzial für Schulen. Dabei kam den Lernenden eine zentrale Rolle zu. Zwei Drittel der beteiligten Jugendlichen gaben an, dass ihre individuellen Lernvoraussetzungen im Unterricht mit Netbooks mehr oder eher mehr berücksichtigt wurden. Noch positiver schätzten die Lehrkräfte den Nutzen des Netbook-Einsatzes für die Individualisierung ein. Insgesamt bewerteten die Lehrkräfte die Netbooks für ihre Gestaltung eines individualisierten, schülerzentrierten, aktiven und kooperativen Unterrichts durchschnittlich als eher förderlich bis förderlich.

Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Professor für Medienpädagogik des Fachbereichs Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, resümiert: „Der Einsatz von Netbooks im Unterricht ist vielversprechend, wie viele gelungene Modellbeispiele zeigen. Um diese Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können, sind aber weitere Anstrengungen im Rahmen der Unterrichts- und Schulentwicklung nötig. Innerhalb von zehn Monaten kann dies nicht umfassend geleistet werden. Die Individualisierung von Unterricht mit Netbooks ist daher als längerfristige Entwicklungsaufgabe zu konzipieren.“



Nur verhaltene mobile Nutzung
Die Vorteile der mobilen Geräte wie eine flexible Gestaltung der Sitzordnung, Lernen vor Ort, also außerhalb des Klassenzimmers und des Schulgebäudes, wurden nur von einem Teil der Lehrer und Schüler genutzt. Eine veränderte bzw. flexiblere Sitzordnung stellten 40 Prozent der befragten Schüler am Jahresende fest, 60 Prozent verneinten dies. Lediglich ein Fünftel der Schüler bestätigte eine Nutzung außerhalb des Klassenzimmers oder des Schulgebäudes. Der mobile Einsatz der Netbooks zählte zu den Projektzielen, wurde jedoch nicht von allen beteiligten Lehrkräften umgesetzt. Neben technischen Hürden stellen auch und vor allem die Unterrichtskonzepte der Lehrer einen entscheidenden Faktor dar. Dies verweist der Studie zufolge auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Ausbildung von Lehrkräften hinsichtlich medienpädagogischen und mediendidaktischen Fragestellungen.



Medienkompetenzen der Schüler
Die Studie zeigt, dass Computer und Internet im Alltag der befragten Jugendlichen eine große Rolle spielen. Die Schüler wurden in Fragebögen gebeten, ihre subjektiven Einschätzungen zu ihren computer- und internetbezogenen Medienkompetenzen anzugeben. Die Selbsteinschätzungen der Befragten fielen insgesamt sehr positiv aus. Allerdings konnte die Studie keinen eindeutigen Trend zu einer Stärkung der Medienkompetenz im Umgang mit Computer und Internet in Folge des Netbook-Einsatzes verzeichnen. Dies dürfte sich durch die relativ umfangreichen Vorerfahrungen der Jugendlichen sowie den kurzen Projekt- und Evaluationszeitraum erklären. Ein weiterer Grund: Die Nutzung des Netbooks als Arbeitsmittel stand im Vordergrund des Unterrichts, nicht jedoch die Vermittlung von Wissen oder Fähigkeiten im Umgang mit Computer und Internet.

Das „Hamburger Netbook-Projekt“
Das „Hamburger Netbook-Projekt“ ist eine Initiative der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), die das Projekt im Schuljahr 2009/2010 gemeinsam mit Kooperationspartnern wie Intel durchgeführt hat. Im Rahmen des Projekts kamen 630 Netbooks an insgesamt 19 Hamburger Schulen in den Jahrgangsstufen 3 bis 13 zum Einsatz. Die teilnehmenden Grundschulen arbeiteten dabei mit den Intel basierten Classmate PCs. Ziel des Modellversuchs war es, die individuelle Lernentwicklung der Schüler durch den Einsatz von Netbooks im Unterricht zu fördern. Wissenschaftlich begleitet sowie evaluiert wurde das „Hamburger Netbook-Projekt“ von der Universität Hamburg. Weitere Informationen zur Studie sind im Intel Newsroom verfügbar.



Die Intel® Bildungsinitiative
Intel, das weltweit führende Unternehmen im Bereich Halbleiterinnovation, nimmt sich gesellschaftlicher Herausforderungen an und engagiert sich für die Verbesserung der Bildungsqualität. Die Intel® Bildungsinitiative umfasst deshalb zahlreiche Förder- und Ausbildungsprojekte für Schüler, Studenten und Pädagogen bis hin zu Jungunternehmern. Die vielfältigen Projekte der Intel® Bildungsinitiative zielen auf die Verbesserung von Lern- sowie Lehrmethoden an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen ab und ermöglichen den Zugang zu neuesten Technologien.

Darüber hinaus kooperiert die Intel® Bildungsinitiative mit Regierungen und gemeinnützigen Organisationen. Intel engagiert sich außerdem in der Initiative D21, Deutschlands größter Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft. Hannes Schwaderer, Geschäftsführer und Managing Director Central Europe bei Intel, ist seit Januar 2009 Präsident der Initiative D21. Seit Juni 2010 ist er zudem Mitglied des Senats bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.


Quelle: Mail
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